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Die Entscheidung der Woche

von Denise Zangenfeind | #Dr.Keil #Erbrecht #Arbeitsrecht #Schicht #Kündigung #Drohung #Krankschreibung

Mit Urteil vom 21.05.2021 urteilte das LAG Mecklenburg-Vorpommern über die Rechtfertigung einer außerordentlichen Kündigung bei Drohung mit einer Krankschreibung.

 

Im konkreten Fall ging es darum, dass eine Schichteinteilung nicht wie gewünscht erfolgte.

 

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die Drohung, sich krankschreiben zu lassen, in einem solchen Fall eine schwerwiegende Verletzung der arbeitsvertraglichen Rücksichtnahmepflicht darstellt und daher eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen kann. Eine solche Drohung beeinträchtige das arbeitsvertragliche Vertrauensverhältnis.

 

Ein anderes Ergebnis ergibt sich laut dem Gericht jedoch daraus, dass der Arbeitnehmer bereits selbst gekündigt hat und das Arbeitsverhältnis ohnehin in Kürze endet. In einem solchen Fall kann die Interessenabwägung dennoch zugunsten des Arbeitnehmers ausgehen.

 

LAG Mecklenburg-Vorpommern 5 Sa 319/20

Artikel: dz

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